
Was ist HYPOCRAS ?
Hypocras ist ein Gewürzwein, der in der Regel „Restsüße“
besitzt, also eher lieblich schmeckt.
Wir beziehen uns bei der Herstellung auf spätmittelalterlichen
Quellen, konkret auf die Veröffentlichungen „zu deutsch“
von Wilhelm von Hirnkofen (1478), sowie auf das „Weintraktat
des Arnoldus de Villa Nova“ und das „Biburger Weinbuch“,
wobei zu beachten ist, dass diese Quellen sich wiederum auch auf antike
Überlieferungen beziehen, wie z.B. C. Plinius Secundus d.Ä.
Der Name Hypocras bzw. „Yppocras“ leitet sich dabei von
Hippokrates (um 460 v.Chr.), dem berühmten vorhellenistischen
Arzt, ab, der dem moderaten Weinkonsum und dieser Art der Weinbereitung
auch gesundheitsfördernde Wirkungen zuschrieb. Dies spiegelt
sich auch in den unterschiedlichen Rezepturen wider.
In den dokumentierten Rezepturen wurde in der Regel ein relativ großes
Maß an Zucker zur Süßung kurz vor dem Trinken zugefügt.
Hierbei wurde nicht der heute übliche Zucker aus raffinierten
Zuckerrüben, sondern gekochter Rohrzucker (sog. Melasse) verwendet.
Rohrzucker wurde im späten Mittelalter über Sizilien und
Zypern ins Reich eingeführt. Er zählte in dieser Zeit zu
den Gewürzen, wurde in relativ großen Mengen im Fernhandel
vertrieben und war somit ein exponierter Luxusgegenstand. Im späten
15. Jh. wurde Zuckerrohr, wie übrigens auch Reis, in Oberitalien
angebaut, verbilligte sich durch kürzere Transportwege und wurde
in den Norden des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
verhandelt.
Zur Herstellung von Hypocras verwenden wir heute einen „restsüßen
Grundwein“, da das Getränk sonst nicht lagerfähig
wäre. Gewürze, letztendlich auch Zucker, waren schließlich
zu jener Zeit ein „Prestigeprodukt“, der Hypocras selbst
auch demzufolge eher ein Getränk in bürgerlichen- bzw. adligen
Kreisen. Gleich ist dabei, ob Rot- oder Weißwein verwendet wird.
Bestellungen nehmen wir gerne
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